In diesem seltsamen Jahr 2020 verzeichnen wir in den italienischen Alpen eine besondere Anomalie: unterdurchschnittliche Temperaturen und frühe Schneefälle.
Bereits im September hatte sich der erste Schnee in für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Höhenlagen gezeigt; eine dünne Schneeschicht fiel sogar unter 1500 Meter und bedeckte die vom gerade vergangenen Sommer noch grünen Wiesen mit Weiß.
Doch mit diesem Oktoberbeginn wurden die Tiefdruckgebiete intensiver und brachten kräftige Schneefälle in den Dolomiten bis auf 1400 Meter herab sowie Schneeflocken sogar auf fast 1000 Metern Höhe.

Am Sonntag, dem 11. Oktober, fiel reichlich Schnee, insbesondere in einigen Gebieten der Dolomiten, wo bis zu 50 cm Neuschnee verzeichnet wurden.
Oberhalb von 2300 Metern zeigte sich die Landschaft bereits im Winterkleid, doch mit diesem Schneefall können sich nun auch tiefere Lagen (zumindest für einige Wochen) winterlich kleiden.
Liftöffnungen
Es gibt bereits einige italienische Skigebiete, in denen man dank geöffneter Liftanlagen von diesem frühen Wintereinbruch profitieren kann.
Die Rede ist von Cervinia, wo man auf dem Gletscher des Plateau Rosà Ski fährt, oder vom Passo Stelvio, wo den ganzen Sommer über Ski gefahren wurde und der Betrieb noch bis Ende des Monats weitergeht.
Hinweis: Um den Passo Stelvio zu erreichen, sollten Sie stets die aktuellen Verkehrsinformationen prüfen, da die Passstraße bei Schneefall vorübergehend gesperrt sein kann.
Ein weiteres Skigebiet, in dem man bereits Ski fahren kann, ist das ehemalige Sommerskiziel Val Senales. Auf dem Südtiroler Gletscher wird zwar seit einigen Jahren kein Sommerskilauf mehr betrieben, doch die Wintersaison beginnt hier deutlich früher als in anderen Skigebieten.
Eine weitere unmittelbar bevorstehende Liftöffnung ist die des „Nachbarorts“ von Val Senales, nämlich Solda all’Ortles.
Auch ohne befahrbare Gletscher gehört Solda zu den ersten Skizielen für Skifahrer, die den ersten Schnee der Saison ausprobieren möchten.
In Solda öffnen die Liftanlagen am 24. Oktober; sollten es die Schneeverhältnisse zulassen, ist eine vorzeitige Öffnung jedoch nicht ausgeschlossen.
Weiterer Schnee im Anmarsch, hervorragend für die Pistenunterlage und die Gletscher
In den kommenden Tagen wird in den Alpen weiterer Schnee erwartet: Ein neues Tiefdruckgebiet bringt zur Wochenmitte Schneefälle. Die Schneefallgrenze könnte dabei sogar auf 1300 Meter sinken und liegt damit deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt.
Auch wenn dieser Schnee keinen vorzeitigen Saisonstart für die Skigebiete unterhalb von 3000 Metern ermöglicht, ist er zweifellos ein Segen für die Gletscher und trägt zum Aufbau einer soliden Grundpräparierung auf den Skipisten der höher gelegenen Skigebiete bei.


Noch keine Kommentare