
Langfristige Wetterprognosen sind schwierig und vielleicht sogar unmöglich; wir möchten uns daher keineswegs für die nachfolgend vorgestellten Wettermodelle verbürgen, sondern in diesem Artikel vielmehr die aktuellen Prognosen und Diskussionen im Netz rund um den Winter 2012/2013 zusammenfassen.
Seit rund einem Monat verfolgen wir die Diskussionen in US-amerikanischen Wetterforen, in denen Fachleute und Hobbymeteorologen ihre Einschätzungen zur möglichen Entwicklung dieses Winters austauschen. Naturgemäß liegt das Hauptaugenmerk dort auf dem nordamerikanischen Winter; wenn jedoch über Europa (und insbesondere den Alpenraum) gesprochen wird, herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass der Winter 2012/2013 im normalen Rahmen verlaufen dürfte: kein trockener Winter, aber auch kein extremer Rekordschneewinter, bei insgesamt durchschnittlichen Temperaturen ohne große Ausreißer nach oben oder unten. Erwähnenswert ist dabei, dass das globale Klimaphänomen dieser Wintersaison El Niño sein wird, während im Vorjahr La Niña vorherrschte und vielen US-Skigebieten zunächst einen schwierigen Saisonstart bescherte, ehe es in den späten Wintermonaten doch noch kräftig schneite.
El Niño beeinflusst die Wassertemperaturen des Pazifischen Ozeans und wirkt sich am stärksten auf dem amerikanischen Kontinent aus, wo es in früheren Jahren je nach Region zu markanten Wetteranomalien kam (milde Winter auf der einen, extrem schneereiche und kalte Winter auf der anderen Seite). Gerade weil dieses Phänomen im Pazifik entsteht, sind die direkten Auswirkungen auf den europäischen Kontinent erfahrungsgemäß äußerst gering…
Während sich die meisten US-Wetterexperten kaum näher mit dem europäischen Winter befassen, gibt es eine namhafte Ausnahme, die detaillierte Analysen samt Karten und Prognosen veröffentlicht hat: der bekannte Wetterdienst Accuweather.com, der in den vergangenen Tagen seine Winterprognose 2012/2013 für Europa ins Netz gestellt hat, welche daraufhin von zahlreichen europäischen Wetterportalen aufgegriffen wurde.
Fassen wir kurz zusammen, was die Prognose von Accuweather besagt:
Die erste Karte zeigt die erwarteten Temperaturabweichungen: Sibirische Kälte soll sich demnach ab der zweiten Winterhälfte bis zum Spätwinter ausbreiten. Unterdurchschnittliche Temperaturen werden vor allem für Großbritannien, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Polen, Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Spanien und Portugal erwartet. In der zweiten Winterhälfte (ab etwa Mitte Januar) könnten kalte Nordströmungen auch in Italien für einen spürbaren Temperaturrückgang sorgen, der jedoch weniger extrem ausfallen soll als die eisige Kältewelle im Februar des vergangenen Jahres.

Schneevorhersage 2012-2013
Was die Niederschläge betrifft, soll sich das Bild grundlegend vom Vorjahr unterscheiden, als Regen und Schnee einen großen Bogen um die Alpen machten und viele Skiorte monatelang im Herbstkleid zurückließen. Für den Winter 2012/2013 soll es an Niederschlägen nicht mangeln, sodass der Winter in den Bergen (insbesondere in den Alpen) von regelmäßigen Schneefällen – wenn auch ohne historische Rekordmengen – geprägt sein dürfte.
Sollten sich die Prognosen von Accuweather bewahrheiten, stünde Italien ein klassischer, normaler Winter bevor: reichlich Schnee in den Bergen sowie Regen und durchschnittliche Temperaturen im Flachland. Nichts Außergewöhnliches also, aber zweifellos ein gewaltiger Fortschritt gegenüber der vergangenen Saison.
Hinweis: Man sollte jedoch stets bedenken, dass Langzeitprognosen mit großer Vorsicht zu genießen sind und letztlich jedes Szenario möglich bleibt. Auch die Vorhersagen des renommierten US-Wetterdienstes sind daher eher als spannender Denkanstoß für alle zu verstehen, die wie wir den Schnee lieben und den Winter kaum erwarten können!




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