Schneewetter

Unbegründete Panikmache: Es fährt sich hervorragend – Top-Pisten auch dank technischer Beschneiung

Wir schreiben diesen Artikel, weil sich Websites und Printmedien in den letzten Tagen regelrecht darin überboten haben, möglichst dramatische Schlagzeilen über die Lage in den italienischen Skigebieten zu verfassen…

„Schnee-Apokalypse“ oder „Totales Desaster“ sind nur einige der Begriffe, die man derzeit im Netz und in den Zeitungen liest. Artikel stellen einen Tag im Schnee als völlig sinnlos dar, weil die Schneebedingungen angeblich katastrophal seien – doch stimmt das wirklich?

Wir wollen gewiss nicht behaupten, dass die Lage traumhaft sei oder überall tiefverschneite Weihnachtsstimmung herrsche: Natürlich ist die Skisaison schwierig gestartet, doch ebenso wahr ist, dass dies nicht zum ersten Mal vorkommt und keineswegs alles schlecht ist.

Stehen die Alpen zum ersten Mal ohne Naturschnee da?

Absolut nicht. Eine der beliebtesten Schlagzeilen der letzten Wochen lautet, dass es laut manchen „Experten“ eine solche Situation seit „Abertausenden von Jahren“ nicht mehr gegeben habe.

Klassische Reißer-Überschriften, mit denen leider auch manche Fernsehnachrichten nicht sparen – wobei gerne vergessen wird, dass Schneemangel zu Saisonbeginn (leider) kein neues Phänomen ist und es schon viele schneearme Winteranfänge gab. Ein Beispiel, das Skifahrern noch bestens in Erinnerung ist, war erst das vergangene Jahr mit einem schneelosen Saisonstart in den Dolomiti, damals sogar noch verschärft durch eine Inversionswetterlage, die die technische Beschneiung massiv erschwerte.
Die Situation ist also keineswegs neu – im Gegenteil, es gab schon weitaus schwierigere Winterstarts, da die tiefen Temperaturen diesmal zumindest eine flächendeckende Beschneiung der Pisten ermöglicht haben.

Stimmt es, dass viele Skigebiete geschlossen sind?

Weiter heißt es oft, ein Großteil der alpinen Skigebiete sei wegen Schneemangels geschlossen und in den geöffneten Gebieten stünden nur ein oder zwei Pisten zur Verfügung… Das mochte Ende November noch zutreffen, lässt sich heute aber definitiv nicht mehr behaupten: Inzwischen sind die meisten Skistationen geöffnet, und zahlreiche Gebiete können den Skifahrern mindestens 50 % ihres Pistenangebots in perfektem Zustand präsentieren.

Ein Paradebeispiel dafür ist die Öffnung der Sella Ronda: Die berühmte 4-Pässe-Skirunde, die Val Gardena, Alta Badia, Arabba und Val di Fassa miteinander verbindet, ist allen Widrigkeiten zum Trotz auf insgesamt 40 Kilometern durchgehend geöffnet.

Schlechte Pisten – fährt es sich wirklich so schlecht?

Wer behauptet, man könne derzeit schlecht skifahren, war vielleicht im November unterwegs oder stand in dieser Saison noch gar nicht auf Skiern oder dem Snowboard. Trotz des fehlenden Naturschnees fährt es sich in den meisten alpinen Skigebieten ausgezeichnet: Die Pisten wurden hervorragend präpariert und die Bedingungen sind den Umständen entsprechend wirklich erstklassig.
Zu verdanken ist dies auch einigen günstigen Faktoren bei der Schneeerzeugung, wie etwa gut gefüllten Speicherteichen und knackigen Minusgraden, die es erlaubten, große Mengen an hochwertigem technischem Schnee zu produzieren. Zudem sorgte der Frost für eine kompakte Verfestigung der Schneedecke ohne Eisplattenbildung.

Natürlich sind Skitouren oder Freeride-Abfahrten im freien Gelände derzeit nicht möglich, doch wer auf der Piste skifahren möchte, wird definitiv nicht enttäuscht.

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Woher kommt diese ganze Panikmache?

Diese Wetterlage ist für die Wintersportorte sicherlich nicht ideal, doch die derzeitige Panikmache halten wir für völlig überzogen – zumal sie oft genau aus denselben Quellen stammt, die noch im Spätsommer mit reißerischen Prognosen über angebliche Jahrhundertwinter aufwarteten.
Im Internet und in den Medien werden Nachrichten bekanntlich gerne zugespitzt, um möglichst viele Klicks und damit höhere Werbeeinnahmen zu erzielen.
Ein Teil dieser Schwarzmalerei geht zudem auf das Konto von Internet-Trollen, die sich einen Spaß daraus machen, andere Nutzer mit provokanten Kommentaren zu reizen.

Fazit

Wir wollen keineswegs behaupten, dass alles perfekt sei: Die Skisaison ist beim Naturschnee schlecht gestartet, stünde ohne die günstigen Temperaturen für die Beschneiung aber noch viel schlechter da…
Die meisten Skigebiete leisten Übermenschliches, um Skifahrern und Snowboardern gute Pisten zu bieten – und da wir täglich Rückmeldungen von Dutzenden Wintersportlern erhalten, können wir bestätigen, dass dieser Einsatz von vielen sehr geschätzt wird und unzählige Skifahrer und Snowboarder trotz des fehlenden Naturschnees großen Spaß auf den Pisten haben.

Unsere Empfehlung lautet daher: Verlassen Sie sich nicht auf einzelne negative Kommentare im Netz, sondern machen Sie sich selbst ein Bild vor Ort oder hören Sie auf die Berichte von Wintersportlern, die tatsächlich schon auf der Piste waren – während wir alle darauf warten, dass der Naturschnee bald jene besondere Atmosphäre und Magie zurückbringt, die nur er allein schenken kann.

Ihre Meinung können Sie gerne auf unserer Facebook-Seite unter dem Link www.facebook.com/mondoneve teilen.

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