Schneewetter

Skipass Modena: Wie zuverlässig sind Wettervorhersagen für die Berge?

Unwetter in den Bergen

Schlechtwetter in den BergenAuf der Messe Skipass Modena fand eine der wichtigsten und aufschlussreichsten Diskussionsrunden zum Thema „Wettervorhersagen für die Berge“ statt.

Zu den Rednern auf dem Podium zählten Stefano Illing, Präsident von Cortina Turismo, dem Tourismusförderungskonsortium von Cortina d’Ampezzo, gemeinsam mit Moderator Beppe Boni, stellvertretender Chefredakteur von Il Resto del Carlino, Luca Ubaldeschi, stellvertretender Chefredakteur von La Stampa, Massimiliano Ossini, Moderator der Sendung Linea Bianca auf Rai 1, Michele Dallapiccola, Landesrat für Tourismus der Autonomen Provinz Trient, Massimo Feruzzi vom Osservatorio Skipass Panorama Turismo, Maurizio Bonelli, Präsident des italienischen Skilehrerverbands (AMSI), Valeria Ghezzi, Präsidentin des Seilbahnverbands ANEF, sowie Luciano Magnani, Präsident des nationalen Berufskollegiums der Skilehrer.

Die im Rahmen der Tagung auf der Skipass vorgestellte Analyse machte deutlich, dass Wettervorhersagen einen wichtigen Impuls für die Diversifizierung und Weiterentwicklung des Angebots von Urlaubsorten im Allgemeinen und von Bergdestinationen im Besonderen darstellen können.

„Wir müssen uns vom Bild der ‚Postkarten-Bergwelt‘ lösen – erklärte Illing –. Wir dürfen uns nicht länger ausschließlich über eine Bergwelt definieren, die nur aus Schnee und Kaiserwetter besteht. Schon Baden-Powell sagte: ‚Es gibt kein gutes oder schlechtes Wetter, sondern nur gute oder schlechte Ausrüstung.‘ Heute müssen wir immer besser darin werden, einen bewussten Umgang mit Wetterberichten zu vermitteln, aber auch attraktive Alternativen zu klassischen Wanderungen und zum Pistensport zu schaffen.“

Massimo Feruzzi vom Osservatorio Skipass Panorama Turismo (dem Datenanalysezentrum für den Wintertourismus) unterstrich, wie eindeutig die Zahlen den Einfluss des Wetters auf die Urlaubsentscheidung belegen. Aus dem veröffentlichten Bericht von Skipass Panorama Turismo geht hervor, dass nach Angaben von 1384 befragten Tourismusbetreibern 82,6 % der Italiener die Wettervorhersagen prüfen, 17,6 % ihren Urlaub bei vorhergesagtem Schlechtwetter stornieren und 53 % abwarten, um sich erst kurzfristig zu entscheiden. 93 % sind der Meinung, dass die Vorhersagen zu oft danebenliegen.

Das Thema Wetter wird damit zu einem Faktor, der den Bergtourismus maßgeblich beeinflusst und in gewisser Weise über den wirtschaftlichen Erfolg eines Skigebiets mitentscheidet.
Doch der wirtschaftliche Aspekt ist weder der einzige noch der wichtigste: Wie der Klimatologe Luca Mercalli erinnerte, können verlässliche Wetterdaten und die Fähigkeit, sie richtig zu interpretieren, Menschenleben retten. Dazu stellte er zehn goldene Regeln zum Umgang mit Wettervorhersagen auf:

1. „Vorhersagen sind keine Gewissheiten, sonst würden sie nicht Vorhersagen heißen“
2. „Eine verlässliche Vorhersage kann nicht über 3 bis 5 Tage hinausgehen“
3. „Die Trefferwahrscheinlichkeit einer 24-Stunden-Regenvorhersage kann bis zu 90 % erreichen“
4. „Im Sommer ist es nach wie vor praktisch unmöglich, Ort und Zeitpunkt von Gewittern exakt vorherzusagen“
5. „Die Bewertung, ob eine Vorhersage zutreffend war, hängt auch vom Nutzer sowie seinen Bedürfnissen und Erwartungen ab“
6. „Nicht alle Wetterinformationsquellen sind seriös und verlässlich“
7. „In Italien sind neben dem Wetterdienst der Luftwaffe (Aeronautica Militare) auch die öffentlichen regionalen Wetterdienste kompetent, aber stark zersplittert“
8. „Symbolbasierte Wettervorhersagen werden fast immer automatisch und ohne Mitwirkung eines Meteorologen generiert“
9. „Wetterdienste dienen nicht nur der Tourenplanung, sondern helfen vor allem dabei, Menschenleben zu retten“
10. „Ein paar kleine Wolken- oder Regentropfensymbole bedeuten noch lange nicht, dass man auf seinen Urlaub verzichten muss“

Zwischen ungenauen Prognosen und der Schwierigkeit, sie richtig zu deuten, bleibt dennoch das Bestreben der großen Skigebiete entscheidend, ein überzeugendes Alternativangebot bereitzustellen, das Skifahrer und Ausflügler auch bei schlechtem Wetter begeistert und den Bergurlaub zu einem Erlebnis macht, das unabhängig von der Witterung gelingt und dem eigentlichen Geist jedes Bergfreundes immer näher kommt: im Einklang mit der Natur zu sein und sie in all ihren Facetten zu schätzen.

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