Wenn man an Karneval denkt, kommen einem die Sambatänze von Rio de Janeiro oder die überaus eleganten Masken von Venedig in den Sinn. Doch neben diesen berühmten Festen gibt es andere, weniger bekannte, aber ebenso interessante und geschichtsträchtige: die Karnevalsfeste in den Bergen.
Für die Bergdörfer bedeutete der Karneval die Rückkehr der schönen Jahreszeit und die erste Gelegenheit, nach einem langen und harten Winter die Hütten zu verlassen. In den Karnevalswochen liegt zwar noch reichlich Schnee, doch die ersten warmen Sonnenstrahlen wärmen die strengen Wintertage und machen sie ein wenig länger. So kam das Dorf zusammen und feierte mit den örtlichen Riten und Traditionen.
Karneval in Sappada
Der Karneval von Sappada (Belluno), oft als Symbol des Bergkarnevals bezeichnet, ist sicherlich eines der bekanntesten Karnevalsfeste in den Bergen.
Die Feierlichkeiten dauerten alle 3 Sonntage vor der Fastenzeit, und an jedem Sonntag machte man sich einen Spaß daraus, eine der 3 damaligen Gesellschaftsschichten (Bauern, Herren und Arme) aufs Korn zu nehmen. Dies geschah mit Masken und Kostümen, die sie auf lustige Weise darstellten. Die Masken waren aus Holz und wurden von geschickten einheimischen Handwerkern von Hand gefertigt.
Zum Karneval von Sappada gehört aber noch eine weitere Figur, der Rollate, eine besondere Holzmaske mit Gewand und Hut aus Bärenfell und 2 großen kugelförmigen Kuhglocken.
Der Tradition nach verfolgt und erschreckt der Rollate (im Scherz) die Kinder, denen er in den Gassen des Dorfes begegnet. Diese besondere Figur ist im Laufe der Jahre zum Symbol von Sappada geworden.
Karneval im Aostatal
Das Aostatal, eine Bergregion, kann sich zahlreicher Karnevalsfeste rühmen. Man könnte sagen, dass jedes Tal und jedes Dorf seine eigenen Traditionen und Feste hat. Was die Karnevalsfeste im Aostatal prägt, ist die Geschichte jedes einzelnen Tals: Der Karneval wird zu einem Moment der historischen Nachstellung, in dem Ereignisse und Begebenheiten wieder in Erinnerung gerufen werden, die die Geschichte maßgeblich geprägt haben. In dieser Zeit des Jahres regiert der Spaß, mit Musik und Tänzen, die die kalten Bergnächte erwärmen.
Auch im Aostatal sind die Masken aus Holz und werden von geschickten einheimischen Handwerkern gefertigt; außerdem finden wir auch hier die Figur des Bären, Symbol für die Rückkehr des Frühlings (Erwachen aus dem Winterschlaf).
Madonna di Campiglio, ein königlicher Karneval
Ein ganz anderer Stil belebt den Karneval von Madonna di Campiglio. Keine Holzmasken und keine Volkstänze, sondern weit elegantere und prunkvolle Hofgalas wie zur Zeit der Habsburger. Denn in diesem Ort in den Brenta-Dolomiten pflegten die österreichischen Majestäten zu weilen: Prinzessin Sissi und Kaiser Franz Joseph. Hier wurden üppige Bankette und große, elegante Abende ausgerichtet.
Heute erinnert Campiglio an die Emotionen vergangener Zeiten und lässt sie die Touristen neu erleben, indem es den alten Glanz wieder aufleben lässt, der im Zentrum des herrlichen Trentiner Skiorts noch immer deutlich spürbar ist.




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