Dieser erste Februarsonntag brachte in den Alpen unterhalb von 1500 Metern zwar vorübergehend wieder Regen, doch schon in der kommenden Nacht sinkt die Schneefallgrenze erneut auf 1000–1200 Meter.
Eine kurze Verschnaufpause, gerade lang genug, um sich neu zu orientieren – denn landschaftlich bietet sich in den Alpen zwar ein märchenhaftes Bild, doch für die Einheimischen und alle, die auf den Bergstraßen unterwegs sind, ist die Lage äußerst angespannt.
Man fühlt sich wie mitten im Film „The Day After Tomorrow“: Die wichtigsten Orte im Nordosten der Alpen liegen unter 2 Metern Schnee begraben, und über die Plätze von Cortina, San Martino di Castrozza, Madonna di Campiglio (und vielen weiteren Orten) ziehen sich schmale Schneeschneisen, durch die sich Urlauber ihren Weg zu Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants und Geschäften bahnen.
In zahlreichen Skigebieten bleiben Liftanlagen und Pisten geschlossen, da Lawinenwarnstufe 5 – die höchste Stufe überhaupt – herrscht.
Viele Straßen und Alpenpässe sind gesperrt, sowohl wegen akuter Lawinengefahr als auch deshalb, weil selbst die Räumfahrzeuge in einigen Teilen der Dolomiten, in denen bis zu 15 cm Neuschnee pro Stunde fielen, kaum noch hinterherkommen.
Wurde diese Schneefront anfangs noch begeistert begrüßt, hoffen inzwischen viele auf ein zumindest vorübergehendes Ende der Niederschläge. Zu den massiven Verkehrsbehinderungen gesellen sich weitere Gefahren wie das Risiko einstürzender Dächer unter der enormen Schneelast; zudem kam es mehrfach zu Stromausfällen und Störungen im Mobilfunknetz.
Eine extrem kritische Lage, die in Venetien sogar den Einsatz des Heeres erforderlich machte, um der Bevölkerung beim Schneeschaufeln zu helfen und vor allem die vom Schnee abgeschnittenen Ortschaften mit lebenswichtigen Gütern (insbesondere Treibstoff) zu versorgen.
Neben dem Militär stehen natürlich auch die Feuerwehr, sämtliche Ordnungskräfte sowie unzählige freiwillige Helfer und Bürger gemeinsam im Einsatz, um dieses Schneechaos zu bewältigen.
Starke Schneefälle bis Mittwoch
„The Big Snow“ lässt noch nicht so schnell locker: Bis Mittwoch werden weitere intensive Schneefälle bei erneut sinkender Schneefallgrenze (Flocken teils bis auf 800 m) erwartet.
Bis zur Wochenmitte müssen sich die Alpen also weiterhin gegen diese außergewöhnlichen Schneemassen stemmen.
Blickt man auf die Gesamtschneehöhen, die in diesen Stunden gemessen werden, sind die Zahlen schlichtweg beeindruckend: Auf der Marmolada liegen 6 Meter Schnee, 5 Meter sind es auf dem Presena-Gletscher und in Sella Nevea, 4 Meter in Madesimo und San Martino di Castrozza.
Es liegt derart viel Schnee, dass der Rekord aus dem Winter 2008/09 bereits eingestellt scheint und alle Chancen bestehen, ihn sogar noch zu übertreffen.
Schneebericht: Orte mit dem meisten Schnee
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Video Rekordschneefall in San Martino di Castrozza






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