Walter Bonatti ist tot: Der italienische Bergsteiger, Entdecker und Journalist war berühmt für seine Teilnahme an der ersten italienischen Expedition zum K2.
Er starb am 13. September in Rom im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines plötzlichen Unwohlseins. Walter hat sein Leben dem Bergsteigen gewidmet und ist in die Geschichte und in die Herzen aller italienischen Bergsteiger eingegangen.
Ein starker, entschlossener Charakter führte ihn Schritt für Schritt zu bedeutenden Leistungen: der Erstbegehung der Ostwand des Grand Capucin am Mont Blanc sowie weiteren Besteigungen, bei denen er neue Routen eröffnete. Seine ersten großen Unternehmungen waren auch von Pech gezeichnet. Bei einer Besteigung am Mont Blanc hielt ein Schneesturm Bonatti und weitere Seilgefährten in der Wand fest und zwang sie zu einem 18-stündigen Biwak in Wind und Schnee. Der Bergsteiger sah sich gezwungen, weitere 500 m aufzusteigen, um den Gipfel zu erreichen, und dann abzusteigen, um Hilfe zu holen. Er und sein Gefährte überlebten, doch die anderen Bergsteiger, die parallel aufstiegen, kamen ums Leben, nachdem sie eine andere Route gewählt hatten.
Die berühmteste Episode aber war die Besteigung des K2 bei der ersten italienischen Expedition.
Nachdem Bonatti abgestiegen war, um die Sauerstoffflaschen zu holen, die seine Gefährten weiter unten zurückgelassen hatten, stellte er fest, dass die Kameraden das Lager 250 m weiter oben errichtet hatten. Völlig erschöpft und durch die Dunkelheit am Weitergehen gehindert, mussten Bonatti und sein Gefährte Mahdi die Nacht ohne Zelt und ohne anderen Schutz auf 8.000 m Höhe bei einer Temperatur von -50° verbringen.
Nach der Rückkehr kam es zu einem Gerichtsverfahren und einer Polemik über die Ereignisse, mit Anschuldigungen, die dem Bergsteiger Bonatti die Schuld zuschieben sollten; Jahre später stellte sich jedoch heraus, dass die von Bonatti erzählte Version die richtige war.
Über jene Ereignisse schrieb er: „In jener Nacht am K2, zwischen dem 30. und 31. Juli 1954, hätte ich sterben müssen. Dass ich stattdessen überlebt habe, hing allein von mir ab… “.
Dieses Ereignis brachte ihn dazu, seine Unternehmungen im Alleingang fortzusetzen, wobei er dennoch hervorragende Ergebnisse erzielte. Nachdem er seiner Bergsteigerkarriere Lebewohl gesagt hatte, begann Walter ein neues Abenteuer als Reporter und Entdecker. Seine bedeutenden Leistungen brachten ihm den Titel eines Ritters des Großkreuzes des Verdienstordens der Italienischen Republik und eines Offiziers der französischen Ehrenlegion ein.
Sein Tod trifft die gesamte Bergsteigerwelt und alle Bergliebhaber. Zum Abschied sei an eines seiner bewegendsten Zitate erinnert:
„Der Berg hat mich gelehrt, nicht zu mogeln, ehrlich zu mir selbst zu sein und zu dem, was ich tat. Auf eine bestimmte Weise betrieben, ist er zweifellos eine harte, manchmal sogar grausame Schule, aber eine aufrichtige, wie es im Alltag nicht immer der Fall ist.“
Leb wohl, Walter.

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