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ALPINE ROCKFEST: Simoncelli gewinnt und nimmt 70000€ mit nach Hause

Simoncelli Alpine Rock Fest 2012

Simoncelli Alpine Rock Fest 2012 Die dritte Ausgabe des Alpine Rockfest erstrahlt in Azurblau und bestätigt die starken Leistungen der italienischen Riesenslalomfahrer im Weltcup: Es siegt der aus dem Trentino stammende Polizist Davide Simoncelli vor seinem jungen Teamkollegen Luca De Aliprandini und dem norwegischen Routinier Aksel Lund Svindal. Die große Überraschung ist die Niederlage von Ted Ligety, der im großen Finale ausschied, nachdem er zuvor erneut gezeigt hatte, dass er auf Skiern der Schnellste ist. Im Vorjahr hatte er Borsotti noch um eine einzige Hundertstelsekunde geschlagen.

Im hochspannenden Fünferfinale sah der Amerikaner Ted Ligety, der in den ersten beiden Läufen jeweils die Bestzeit markiert hatte, seine Chance auf den erneuten Triumph durch einen Fehler fünf Tore vor dem Ziel platzen. Er war zwar der Stärkste auf der Piste, doch ein kleiner Schnitzer genügte, um die Karten neu zu mischen und Simoncelli den Sieg zu bescheren. Dritter wurde Aksel Lund Svindal, das neue internationale Aushängeschild des Trentino, Vierter der Finne Marcus Sandell; in der zweiten Runde schied Max Blardone um lediglich zwei Hundertstelsekunden gegen den jungen De Aliprandini aus, der Borsotti würdig vertrat.

Mit diesem Erfolg machte sich Davide Simoncelli ein überaus wertvolles Weihnachtsgeschenk: einen Scheck über 70.000 Euro und einen Sieg, auf den er seit März 2006 gewartet hatte, als er den Weltcup-Riesenslalom im südkoreanischen Yongpyong gewann. In dieses Jahr war er nach einer schweren Verletzung Ende Juni mit Trainingsrückstand gestartet. Dennoch stellte er sein Können sowohl im Weltcup (Dritter in Beaver Creek, Fünfter in Alta Badia) als auch beim mitreißenden Alpine Rockfest unter Beweis. Abgesehen von Ligety war Simoncelli stets der Beste des Feldes, wobei er auch auf die nach den Vorjahresmaßen gebauten Ski zurückgreifen konnte, die ihm zusätzliches Vertrauen verliehen. Auch im Finale fuhr Davide voll auf Angriff und setzte Ligety damit so stark unter Druck, dass diesem der entscheidende Fehler unterlief.

Das Alpine Rockfest erwies sich einmal mehr als packendes, adrenalingeladenes Spektakel, das am Fuße der Piste Olimpionica 2 ein begeistertes Publikum anzog – auch dank des musikalischen Live-Programms mit den drei aus dem Trentino stammenden Bands Rebel Rootz, Le Origini della Specie und The Bastard Sons of Dioniso auf der Bühne am Pistenrand vor der Kulisse der Brenta-Dolomiten.

Ergebnisse des Finales:
1. Davide Simoncelli, 33″85
2. Luca De Aliprandini, 33″98
3. Aksel Lund Svindal (Nor), 34″18
4. Marcus Sandell (Fin), 34″42
5. Ted Ligety (Usa), ausgeschieden

In der zweiten Runde ausgeschieden: Max Blardone, Florian Eisath, Cyprien Richard, Truls Ove Karlsen, Warner Nickerson;
In der ersten Runde ausgeschieden: Mirko Deflorian, Tommy Ford, Leif Kristian Haugen, Marcel Mathis, Adam Zampa, Jon Olsson.

INTERVIEWS:

Davide Simoncelli: „Als ich zum entscheidenden Lauf an den Start ging, sagte ich mir: ‚Davide, setz alles auf eine Karte‘. Und genau das habe ich getan. Ich hatte großen Spaß, und ehrlich gesagt tat es mir fast ein wenig leid, als Ligety ausschied. Auch er ist eben nur ein Mensch – zumindest für einen Tag. Ted hat heute trotzdem wieder gezeigt, dass er der Schnellste von allen ist, aber bei einem Rennen wie dem Alpine Rockfest muss man erst einmal ins Ziel kommen. Ich habe zwar auch dank seines Fehlers gewonnen, aber ich habe die Chance eiskalt genutzt. Das Rennformat ist fantastisch und setzt einen ordentlich unter Druck. Was das Material betrifft, bin ich mit den Skiern aus dem Vorjahr gefahren, und auch deshalb habt ihr mich mit einem Lächeln im Gesicht schwingen sehen. In Adelboden werde ich leider wieder mit denselben Schwierigkeiten wie zu Saisonbeginn konfrontiert sein, aber meine körperliche Form stimmt und ich bin zuversichtlich. Was ich mit den 70.000 Euro mache? Ich lege sie auf die Bank“

Luca De Aliprandini: „Die Niederlage schmerzt weniger, als sie könnte, da mit Davide Simoncelli ein Teamkollege und Freund gewonnen hat; trotzdem ist der zweite Platz bei einem Alles-oder-nichts-Rennen wie dem Alpine Rockfest der undankbarste, weil man den großen Hauptpreis zum Greifen nah sieht und am Ende mit leeren Händen nach Hause fährt. Mit etwas Abstand kann ich aber sagen, dass ich drei gute Läufe gezeigt und viel Spaß gehabt habe. Dieses Ergebnis gibt mir nach dem elften Platz im Gadertal auf jeden Fall Moral und neues Selbstvertrauen“

Ted Ligety: „Ich bin in den ersten beiden Läufen Bestzeit gefahren und habe im dritten, entscheidenden Lauf einen Fehler gemacht – aber genau das macht den Reiz eines Rennens wie des Alpine Rockfest aus. Der zweite Platz zählt nichts, man muss voll riskieren und kann keinen Vorsprung verwalten: Eine kleine Unachtsamkeit genügt und man ist draußen. Genau das ist mir auf einer sehr schnellen und anspruchsvollen Strecke passiert. Ich bin mit dem neuen Material gefahren, denn angesichts meiner bisherigen Leistungen und Ergebnisse in der ersten Saisonhälfte wäre ein Wechsel sinnlos gewesen. Ich habe mich darauf eingestellt, und jetzt gibt es keinen Grund mehr, weiter gegen das Reglement zu wettern“

Aksel Lund Svindal: „Wenn ich daran denke, wie mein Tag begonnen hat – als ich die Qualifikation für die zweite Runde nur um eine einzige Hundertstelsekunde schaffte –, kann ich nur froh sein, dass ich bis zum Schluss ganz vorne mitmischen konnte. Ich bin zufrieden mit meinem Rennen. Das Format des Events ist fantastisch, spektakulär für die Zuschauer und auch toll für uns Athleten: Man hat Spaß, verbringt Zeit miteinander und liefert sich packende Duelle, genau wie wir es lieben“

Massimiliano Blardone: „Ich habe das große Finale nur knapp verpasst, hatte aber trotzdem meinen Spaß und werde jetzt mit meiner Frau Simona und meinem Sohn Alessandro Weihnachten feiern. Es gibt nichts zu beschönigen, die anderen waren heute schneller als ich. Ich bin mit dem Material aus dem letzten Jahr gefahren und denke, dass ich gut Ski gefahren bin, aber leider hat es nicht ganz gereicht. Das Alpine Rockfest ist wirklich eine großartige Veranstaltung: tolle Strecke, tolles Rennformat, alles wunderbar. Ich hoffe, dass ich wiederkommen und Revanche nehmen kann“

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