
Schauplatz des Rennens war die berühmte Saslong, die Grödner Piste, die vom Fuße des Sassolungo bis ins Tal nach Santa Cristina in Val Gardena hinabführt – eine äußerst reizvolle Strecke, deren Geländeform vor allem durch ihre Gefällewechsel, Bodenwellen und Engstellen besticht.
Das Rennen begann bei tiefwinterlichen Wetterbedingungen: Ein leichter Schneefall hatte die Piste in der Nacht weiß überzuckert und eine dünne Neuschneeschicht auf der Rennstrecke hinterlassen – nichts Dramatisches, doch die Unterlage war durch den Schneefall und vor allem durch den Anstieg der Schneetemperatur von -20 Grad in den Vortagen auf -7 Grad heute Morgen etwas weicher geworden. Kein blankes Eis auf der Piste, sondern gute Bedingungen für unsere „Azzurri“.
Und es waren genau unsere Italiener, die das eigentliche Rennen mit der Fahrt von Innerhofer eröffneten: Trotz eines Fehlers im ersten Steilhang kämpfte er sich mit einer starken Leistung zurück und schob sich mit 13 Hundertstelsekunden Rückstand auf den Franzosen Clarey auf den zweiten Zwischenrang.
Dann kam der Auftritt von Matteo Marsaglia, der von oben bis unten mit einer herausragenden Fahrt für Begeisterung sorgte: Ein fehlerfreier, nahezu perfekter Lauf ließ die Konkurrenz weit hinter sich und brachte ihm die Führung ein. Unmittelbar nach Marsaglias Bestzeit ging der Italiener Werner Heel auf die Strecke, der sich von Beginn an noch angriffslustiger als sein Teamkollege zeigte und in einem aggressiven Lauf schon bei den ersten Zwischenzeiten vor Matteo lag. Im Ziel, als Heel bereits wie der neue Spitzenreiter aussah, wies die Uhr für ihn aufgrund eines leichten Tempoverlusts im untersten Streckenabschnitt einen knappen Rückstand hinter Marsaglia aus.
Zwei völlig unterschiedliche Fahrstile – rund und geschmeidig bei Matteo Marsaglia, aggressiv und entschlossen bei Werner Heel –, beide spektakulär und beide brachten Italien ganz nach vorn.
Übertroffen wurden die Italiener einzig von der Fahrt von Svindal, der ihnen noch den obersten Podestplatz entriss und sich an die Spitze setzte – vielleicht begünstigt durch die Kurssetzung des norwegischen Trainers, vor allem aber dank einer herausragenden Fahrt, in der er seine ganze physische Stärke ausspielte und das gesamte Feld hinter sich ließ.
Anschließend wurde der Schneefall vor allem im oberen Teil dichter, was die Saslong weicher und langsamer machte.
Aufgrund des zunehmenden Schneefalls und der starken Vorleistungen der Spitzenläufer gab es im Klassement keine großen Verschiebungen mehr – keine weiteren Überraschungen und ein Podium mit gleich 2 italienischen Athleten.
Weiter geht es morgen erneut in Val Gardena mit der Herren-Abfahrt und am Sonntag mit dem Riesenslalom in Alta Badia auf der Gran Risa.

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