
Unter den Favoritinnen fanden sich große Namen aus vielen Nationen, jedoch keine Italienerin. Für eine faustdicke Überraschung sorgte die aus Montecampione stammende „Azzurra“ Nadia Fanchini, die ein herausragendes Rennen zeigte und die Silbermedaille bei der WM 2013 eroberte.
Eröffnet wurde die Damen-Abfahrt ausgerechnet von den Italienerinnen: Den Auftakt machte Elena Fanchini vor Nadia, kurz darauf gefolgt von Sofia Goggia. Die Italienerinnen bewiesen, dass sie auf Augenhöhe mit der Weltspitze mitfahren können: Nadia brachte eine deutlich schnellere Zeit ins Ziel als Sofia, der ein Fahrfehler unterlief, welcher sie viel Zeit kostete. Doch nach den ersten Fahrten lässt sich ein Rennen noch schwer einschätzen, und niemand hätte gedacht, dass ausgerechnet Fanchinis Richtzeit zum Maßstab für fast das gesamte Starterfeld werden würde. Zahlreiche Top-Athletinnen standen bereit, um unserer „Azzurra“ die Führung zu entreißen.

Einzig die bärenstarke Maria Höfl-Riesch (Siegerin der gestrigen Super-Kombination) ließ die Italienerin mit einer fantastischen Fahrt kurz zittern, blieb jedoch knapp hinter ihr und sicherte sich am Ende die Bronzemedaille.
Den Traum vom WM-Titel beendeten schließlich unsere französischen Nachbarn mit dem Lauf von Marion Rolland, einer der Mitfavoritinnen, die volles Risiko ging und von Beginn an glänzende Zwischenzeiten hinlegte. Am Ende gab der Speed den Ausschlag: Mit einer sauberen, fehlerfreien Fahrt zog die Französin an unserer Nadia Fanchini vorbei. Eine Vorentscheidung fiel bereits nach der Querfahrt, wo die Piste nahezu flach wird und die Ausfahrtsgeschwindigkeit maßgeblich über die Zeit im letzten Streckenabschnitt entscheidet. Im Ziel bescherte die Stoppuhr der Französin Rolland mit einer starken Zeit von 1:50,00 und 16 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Nadia Fanchini die Goldmedaille.
Ein hochverdienter WM-Titel dank einer makellosen Abfahrtsleistung.
Die nachfolgenden Starterinnen kamen an dieses bärenstarke Podium nicht mehr heran.
Trotz des nur hauchdünn verpassten Goldes zeigte sich Nadia überglücklich über den Gewinn dieser Silbermedaille bei der WM in Schladming – erst recht nach einer so langen Leidenszeit voller schwerer Verletzungen und Rennen ohne Spitzenresultate.
Eine völlig verwandelte Nadia im Vergleich zu ihrem Auftritt vor wenigen Tagen, als sie nach dem Super-G vor den Kameras aus Enttäuschung über das verpasste Ergebnis in Tränen ausgebrochen war – ein Frust aus einer schweren Zeit, der heute mit einem Schlag wie weggewischt war, als sie sich mit einem famosen Lauf hochverdient WM-Silber sicherte.
Der Podestplatz von Nadia Fanchini erfüllt nicht nur die gesamte italienische Nationalmannschaft mit Stolz, sondern ist vor allem ein wichtiger persönlicher Triumph, der unserer Rennläuferin neuen Auftrieb und das nötige Selbstvertrauen geben dürfte, um auch im Weltcup wieder ganz oben anzugreifen!


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