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Schladming 2013: Böser Auftakt der Ski-WM, schwerer Sturz von Lindsey Vonn

Schladming 2013

Schladming 2013Dichter Nebel empfing die Skirennläuferinnen heute Vormittag auf dem Schnee von Schladming zum Auftakt der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2013. Ein außergewöhnliches Großereignis, dem sowohl Österreich – das diese Titelkämpfe nach 30 Jahren Pause wieder nach Schladming zurückgeholt hat – als auch die internationale Skiszene und das auf ein großes Spektakel hoffende Publikum voller Spannung entgegenfieberten.
Die Begeisterung der frühen Morgenstunden erhielt jedoch rasch einen Dämpfer, als die Rennjury beschloss, den Start zunächst um eine Viertelstunde zu verschieben, um auf bessere Sichtverhältnisse zu warten. Doch der Nebel hielt sich hartnäckig. Von Verschiebung zu Verschiebung zog sich das Warten bis 14:30 Uhr hin, ehe man sich schließlich entschied, das Rennen freizugeben und die ersten Läuferinnen auf die Strecke zu schicken.

Nach endlosem Warten und heftigen Diskussionen begann der Super-G der Damen: Die erste Ausrufezeichen-Zeit setzte die Schweizerin Lara Gut, die mit einem Blitzstart sofort 0,39 Sekunden Vorsprung herausfuhr, im Mittelteil zwar fast ihr gesamtes Polster bis auf 0,01 Sekunden einbüßte, auf dem letzten Abschnitt in den letzten fünf Toren jedoch noch einmal voll aufdrehte, wertvolle Hundertstel gutmachte und die klare Führung übernahm.
Die herausragende Bestzeit von Gut (die zuvor nicht zum engsten Favoritenkreis gezählt worden war) wurde kurz darauf von der überragenden Tina Maze unterboten, die auf die Zähne biss und sich an die Spitze des Klassements setzte.

Schwerer Sturz von Lindsey Vonn

Unmittelbar nach dem starken Lauf der Slowenin ging ihre größte Rivalin, Superstar Lindsey Vonn, ins Rennen. Im oberen Streckenteil lag die fest entschlossene US-Amerikanerin nur wenige Hundertstelsekunden zurück, doch nach einigen Toren gab der weiche Schnee bei der Landung nach einem weiten Sprung nach und führte zu einem fürchterlichen Sturz. Ihr rechtes Knie verdrehte sich schwer und geriet unter den Körper, während der Ski zunächst noch an der Bindung hing und sie heftig den Hang hinabschleuderte; plötzlich hallte ein markerschütternder Schmerzensschrei über die Piste – Schmerzensschreie, die so laut waren, dass sie selbst über die Außenmikrofone der TV-Kameras deutlich zu hören waren.
Die Schwere des Unfalls ließ sofort das Schlimmste befürchten; das Ärzteteam eilte unverzüglich herbei und flog sie per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus.

Der schwere Unfall der Topfavoritin legte lähmendes Entsetzen über das Publikum und die Athletinnen: Elena Curtoni (die selbst ausschied) kommentierte unmittelbar danach, die Piste sei wegen des weichen Schnees kaum befahrbar gewesen – eine Einschätzung, die auch die Kommentatoren der RAI teilten, welche bereits vor Rennbeginn ihr Unverständnis darüber geäußert hatten, das Rennen unter derart prekären Bedingungen anzupfeifen.

Doch „die Show“ ging weiter, und nach Vonn schieden auf dem tückischen, weichen Untergrund auch Maria Höfl-Riesch, Anna Fenninger und weitere Spitzenläuferinnen aus.
Von diesem Favoritensterben profitierten andere Athletinnen wie Julia Mancuso, die sich den dritten Platz sicherte, sowie die blutjunge Italienerin Sofia Goggia, die als Vierte nur hauchdünn am Podium vorbeischrammte – lediglich 5 Hundertstel hinter der US-Amerikanerin.
Feierstimmung wollte nach einem von Dauer-Verschiebungen und einem schweren Unfall überschatteten Rennen jedoch kaum aufkommen.

Heftige Polemik:

Endlose Verschiebungen
Die Rennläuferinnen hatten bereits um acht Uhr morgens mit dem Aufwärmen begonnen und um 9:30 Uhr die Streckenbesichtigung absolviert; zwischen der Besichtigung und dem tatsächlichen Rennstart lagen geschlagene 5 Stunden voller ständiger Verschiebungen und nervenaufreibender Wartezeiten. Eine solche Hängepartie war für die mentale Verfassung und Muskelspannung der Athletinnen vor einem so wichtigen Titelkampf alles andere als förderlich.

Wetter- und Pistenbedingungen
Vom Nebel bis zum sulzigen Schnee: Widrige Bedingungen prägten das Rennen von Anfang bis Ende. Erst das zermürbende Warten im Viertelstundentakt, dann ein Nebel, der auch nach dem Start immer wieder als zäher Dunstschleier in den Mittelteil der Piste zog.
Hinzu kamen die milden Temperaturen, die den Schnee aufweichten und die Piste in eine tückische Falle verwandelten, die zahlreichen Favoritinnen zum Verhängnis wurde.

Viele hatten auf eine Komplettabsage und Neuansetzung an einem anderen Tag gehofft, doch aus organisatorischen Gründen hielt die Rennleitung eine Verschiebung offenbar für kaum machbar. Bleibt die bittere Frage, welchen Schatten dieses Auftaktrennen auf die gesamte WM wirft – nach dem Ausfall der schillerndsten Hauptdarstellerin, der großartigen Lindsey Vonn, die die restlichen WM-Rennen nun vom Krankenbett aus verfolgen muss.

Foto-Credits: Erich Spiess www.schladming2013.at

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